Das Motto: Optimal statt nur okay! Der Standplatz ist die Lebensversicherung der Seilschaft — hier die zwei Standardfälle in modernen Plaisirrouten, dazu Selbstsicherung und Seilversorgung.
Variante 1
Standplatz an einem soliden Fixpunkt
Bei einem einfachen Klebehaken ersetzt ein Verschlusskarabiner den Ring. In einen Ringhaken kommen zwei Verschlusskarabiner für Selbst- und Partnersicherung. Illustration: Georg Sojer (DAV) — Originalartikel
Geklebter oder einzementierter Ringhaken: Selbstsicherung per Mastwurf mit dem Kletterseil und Verschlusskarabiner direkt im Ring.
Partnersicherung mit weiterem Verschlusskarabiner daneben in den Ring.
Rechts-links-Trennung: Geht die Route nach rechts weiter, kommt die Partnersicherung rechts der Selbstsicherung — geht es links weiter, links davon.
Bühler ohne Ring: Ein möglichst großer Verschlusskarabiner „ersetzt“ den Ring. Der geschlossene Schenkel (ohne Verschluss) zeigt in die weitere Kletterrichtung.
Bei Wechselführung kann die Selbstsicherung direkt in den ersten Karabiner und die Partnersicherung an dessen geschlossenen Schenkel.
Räumliche Trennung von Selbst- und Partnersicherung hilft besonders am Hängestand, die HMS-Sicherung ungehindert zu bedienen.
Variante 2
Standplatz an zwei Fixpunkten (Reihenschaltung)
Die Fixpunkte werden mit dem Seil und Mastwürfen (links) oder einer Bandschlinge mit doppeltem Bulinauge verbunden. Illustration: Georg Sojer (DAV) — Originalartikel
Prinzip Reihenschaltung: Versagt ein Fixpunkt, greift sofort der nächste — der Zentralpunkt liegt am tieferen Fixpunkt, beide Punkte ohne Schlappseil verbunden.
Üblich: vorbereitete Bandschlinge mit doppeltem Bulinauge. Auge mit Verschlusskarabiner in den unteren, freies Ende in den oberen Fixpunkt.
Mit Sackstich die Schlinge so verkürzen, dass beide Punkte eng verbunden sind — das Bulinauge dabei nicht nach oben ziehen.
Selbstsicherung per Mastwurf im Auge oder im unteren Schrauber (räumliche Trennung), Partnersicherung (HMS) ins Auge — auf rechts-links-Trennung achten.
Bei Wechselführung: Reihenschaltung mit dem Kletterseil, beide Fixpunkte per Mastwurf verbinden. Partnersicherung in den unteren Verschlusskarabiner, geschlossener Schenkel zeigt in die Kletterrichtung.
Selbstsicherung
Standard: Mastwurf im Schraubkarabiner — die Länge ist anpassbar, ohne das System zu öffnen. Die Selbstsicherung immer leicht auf Zug halten.
Bei zwei Seilsträngen beide Seile parallel in den Karabiner hängen — verhindert Verknotungen.
Bandschlinge am Anseilring ist in der Länge unflexibel und muss beim Klettern verstaut werden — nicht zu empfehlen. Wenn Schlinge, dann anpassbare Systeme aus Kernmantelmaterial.
Fixpunkt- statt Körpersicherung
Die Partnersicherung mit HMS vom Fixpunkt ist die Standardmethode für alle alpinen Lebenslagen. Körpersicherung nur, wenn alle Punkte erfüllt sind:
Sturzzug erfolgt gerade nach oben.
Gewichtsunterschied maximal 5–10 kg.
Keine Hindernisse (Dächer, Kanten) über dem Stand — Anprallgefahr.
Wer sichert, hängt sich mindestens 1,5 m unter den Stand.
Seilversorgung
Genug Platz (Absatz, Band): Seil Schlaufe für Schlaufe in einem kompakten Haufen ablegen — bei Wechselführung läuft es dann von oben perfekt ab.
Ohne Führungswechsel das Seil komplett durchziehen, sobald die Sicherung am Stand eingelegt ist.
Am Hängestand: Seil in Schlaufen hängen lassen — mit langen Schlaufen anfangen, jede weitere ca. 0,5 m kürzer. So verfangen sich die Schlaufen nicht.
Schlaufen über Füße oder Selbstsicherung legen ist nur bedingt zu empfehlen — besser nach jeder Schlaufe doppelten Sackstich machen und im Karabiner am Stand fixieren.
Vor dem Start in die nächste Seillänge das Seil immer entwirren.
Vorsicht — das vermeiden
Mehrere Karabiner in einer Hakenöse
Überkreuz laufende Seile von Partner- und Selbstsicherung
Seilschlingen, die sich verhängen oder Steinschlag auslösen können