UIAA
UIAAAlpen, DACH · Fels & Mehrseillängen
Römische Zahlen von I bis XII, oft mit − / + (z. B. VI+, VII−). Klassiker im Alpenraum und in vielen deutschsprachigen Führern.
BeispielVI+, VII−, VIII
UIAA, Französisch, YDS, Trad, Fontainebleau & Co. — plus die Skalen für Absicherung und Ernsthaftigkeit bei Mehrseillängen.
Nicht jede Zahl meint dasselbe — und nicht jede Skala bewertet nur den schwersten Zug.
Alpen, DACH · Fels & Mehrseillängen
Römische Zahlen von I bis XII, oft mit − / + (z. B. VI+, VII−). Klassiker im Alpenraum und in vielen deutschsprachigen Führern.
BeispielVI+, VII−, VIII
Europa (Sport) · Sportklettern
Zahl + Buchstabe + optional +: 5a, 6b+, 7c. Sehr verbreitet an Sportkletterwänden und in modernen Topos — auch neben UIAA.
Beispiel6a, 6b+, 7a
USA / Kanada · Sport & Trad
Alles „richtige“ Klettern liegt in der 5.er-Klasse: 5.6, 5.10a, 5.12c. Buchstaben a–d ab ca. 5.10. Trad und Sport nutzen dieselbe Skala.
Beispiel5.8, 5.10a, 5.11c
„Trad“ ist hier der Absicherungsstil (eigene Sicherung), nicht eine eigene Zahlenskala.
UK / Irland · Trad (eigene Sicherung)
Zwei Teile: adjectival (z. B. VS, HVS, E1) für Gesamtschwierigkeit inkl. Absicherung und Psyche — plus technische Note (4a–7b) für den schwersten Zug.
BeispielHVS 5a, E2 5c
Gleiche Tech-Note kann bei schlechter Absicherung eine höhere adjectival Note bekommen.
Europa (Boulder) · Bouldern
Zahl + Großbuchstabe + optional +: 6A, 7B+, 8A. Der Referenz-Maßstab für europäisches Bouldern — benannt nach dem Gebiet bei Paris.
Beispiel6B, 7A+, 8A
USA (Boulder) · Bouldern
V0 bis V17 (mit Zwischenstufen wie V0+). Standard in nordamerikanischen Bouldergebieten und vielen Apps.
BeispielV3, V6, V10
Elbsandstein · Sandstein-Trad
Eigene Skala I–XII für die Sächsische Schweiz. Traditionell ohne Bohrhaken — Grade und Ethik weichen von „normalen“ Sportgebieten ab.
BeispielVIIa, VIIIb, IXc
Nicht 1:1 mit UIAA vergleichen — lokaler Stil und Absicherung zählen stark mit.
UIAA ↔ Französisch ↔ YDS ↔ britische Tech-Note — bis zum aktuellen oberen Ende (ca. XII+ / 9c / 5.15d). Die UK-Spalten sind oben besonders ungefähr; Absicherung steckt im E-Grad mit drin. Die Skalen sind grundsätzlich nach oben offen.
| UIAA | Französisch | YDS (USA) | UK Tech | UK Adjectival |
|---|---|---|---|---|
| III | 3 | 5.4 | — | Diff / VDiff |
| IV | 4a | 5.5 | 4a | Severe |
| IV+ | 4b | 5.6 | 4a | HS |
| V− | 4c | 5.7 | 4b | HS / VS |
| V | 5a | 5.8 | 4c | VS |
| V+ | 5b | 5.9 | 5a | HVS |
| VI− | 5c | 5.10a | 5a | E1 |
| VI | 6a | 5.10b | 5b | E1 / E2 |
| VI+ | 6a+ | 5.10c | 5b | E2 |
| VII− | 6b | 5.10d | 5c | E2 / E3 |
| VII | 6b+ | 5.11a | 5c | E3 |
| VII+ | 6c | 5.11a / b | 6a | E3 / E4 |
| VIII− | 6c+ | 5.11b | 6a | E4 |
| VIII | 7a | 5.11c | 6a | E4 / E5 |
| VIII+ | 7a+ | 5.11d | 6b | E5 |
| IX− | 7b / 7b+ | 5.12a / b | 6b | E5 / E6 |
| IX | 7c | 5.12c | 6b | E6 |
| IX+ | 7c+ | 5.12d | 6c | E6 / E7 |
| X− | 8a | 5.13a / b | 6c | E7 |
| X | 8a+ / 8b | 5.13c / d | 7a | E8 |
| X+ | 8b+ | 5.14a | 7a | E8 / E9 |
| XI− | 8c | 5.14b | 7a / 7b | E9 |
| XI | 8c+ / 9a | 5.14c / d | 7b | E9 / E10 |
| XI+ | 9a+ | 5.15a | 7b | E10 |
| XII− | 9b | 5.15b | — | E11 |
| XII | 9b+ | 5.15c | — | E11 |
| XII+ | 9c | 5.15d | — | — |
Europäische Bouldergrade (Fb) und die nordamerikanische V-Scale — bis ca. 9A / V17. Auch hier: Richtwerte, keine exakte Gleichung; die Skalen bleiben nach oben offen.
| Fontainebleau | V-Scale |
|---|---|
| 4 | V0 |
| 4+ | V0+ |
| 5 | V1 |
| 5+ | V2 |
| 6A | V3 |
| 6A+ | V3 / V4 |
| 6B | V4 |
| 6B+ | V4 / V5 |
| 6C | V5 |
| 6C+ | V5 / V6 |
| 7A | V6 |
| 7A+ | V7 |
| 7B | V8 |
| 7B+ | V8 / V9 |
| 7C | V9 |
| 7C+ | V10 |
| 8A | V11 |
| 8A+ | V12 |
| 8B | V13 |
| 8B+ | V14 |
| 8C | V15 |
| 8C+ | V16 |
| 9A | V17 |
Der freie Grad sagt, wie schwer der Zug ist — nicht, wie schlimm ein Sturz wird. Bei Trad und alpinen Mehrseillängen stehen deshalb oft extra Hinweise daneben.
USA / Kanada · Trad (eigene Sicherung)
Beispiel 5.9 R, 5.11a X
Zusatz zur YDS-Schwierigkeit (z. B. 5.10a R). Bewertet nicht den Zug, sondern Qualität und Abstand der Absicherung — und damit, wie schlimm ein Sturz werden kann. Die Buchstaben kommen bewusst von den US-Filmbewertungen.
Sicher, häufige gute Sicherungen — Stürze sind in der Regel gut gehalten.
Überwiegend solide Absicherung, aber einzelne Stellen mit schlechterer oder weiter entfernter Absicherung.
Etwas Runout — oft nicht direkt in der Schlüsselstelle. Längere Stürze möglich, meist ohne extremes Verletzungsrisiko.
Stark ausgesetzt / sehr wenig Absicherung — Sturz mit Verletzungsrisiko.
Extrem ausgesetzt — Sturz mit Lebensgefahr (Bodensturz, Deckenschläger, kaum Material).
G und PG stehen in Topos oft gar nicht — ab PG-13, R oder X wird’s meist explizit. Manche Legenden überspringen PG und listen nur G / PG-13 / R / X.
UK / Irland · Trad
Beispiel HVS 5a vs. E2 5a
Hier steckt die „Gefahr“ schon in der Gesamtnote: VS, HVS, E1 … bewerten Technik, Absicherung und Psyche zusammen. Die Tech-Note (5a, 5c) ist nur der schwerste Zug.
Einsteiger- bis moderates Trad — Absicherung meist noch übersichtlich.
Solides Trad-Niveau — Absicherung und Linienfindung werden wichtiger.
Anspruchsvoll — oft schon ernsthafte Absicherung oder ausgesetzte Passagen.
Ernstes Trad — Runouts, knifflige Cams, viel Ernsthaftigkeit. Gleiche Tech-Note wie HVS kann hier viel gefährlicher sein.
Sehr ernst — hohe Anforderungen an Psyche, Absicherung und Erfahrung.
Gleiche Tech-Note, höhere E-Note = meist schlechtere Absicherung oder mehr Psyche — nicht einfach „schwerer Zug“.
Alpen (FR / IT / CH) · Alpine Mehrseillängen
Beispiel TD V+ / Eng. IV
Cotation d’engagement: Wie ernst ist die Tour insgesamt? Rückzug, Absicherung, Länge, objektive Gefahren — unabhängig vom schwersten freien Grad.
Kurz, gut abgesichert oder leichter Rückzug — wenig alpine Konsequenzen.
Normale alpine Mehrseillänge — Orientierung und solides Standplatz-Management nötig.
Länger oder ausgesetzter — Rückzug aufwendig, Absicherung nicht überall komfortabel.
Hoher Einsatz / wenig Rückzug — schlechte Absicherung möglich, objektive Gefahren, schwieriger Abbruch.
Sehr lange, ernste Linien — oft mit Runouts, komplexem Rückzug und hoher alpiner Gefahr.
Je nach Führer leicht unterschiedlich beschriftet; immer die Legende im Buch lesen.
Europa (Mehrseillängen) · Sport- & Alpin-Routen
Beispiel 6b (5c obl.)
Zwei Zahlen: freier Maximalgrad (schwerste Stelle, oft mit Ruhe/Haken) und obligatorischer Grad — was du beherrschen musst, wenn du nicht in den Haken fallen / A0 ziehen willst oder Absicherung weit ist.
Schwerste Stelle der Route — z. B. 6b. Kann kurz und gut abgesichert sein.
Dauerhaftes Niveau ohne „Flucht“ in Haken — z. B. 5c obl. Entscheidend fürs sichere Vorsteigen.
1 p.a. = ein Hilfspunkt. Eine Stelle technisch lösbar (cheaten) — z. B. mit Standschlaufe in die Exe / den Haken treten oder ziehen.
Eine 6b mit 5a obl. ist oft entspannter als eine 6a mit 5c obl. und langen Runouts. „6 (5c obl.)“ heißt: die 6er-Stelle kannst du durchmogeln (Haken, A0), aber mindestens 5c musst du frei können.
Alpen / DACH · Mehrseillängen
Beispiel VI+ · gut abgesichert · AD
Oft keine feste Buchstaben-Skala, sondern Klartext oder Symbole zur Absicherungsqualität — parallel zu UIAA/FR und manchmal zur alpinen Gesamtnote (F–ED).
Eng gebohrt oder zuverlässig abzusichern — typische Genuss-Mehrseillänge.
Größere Hakenabstände, eigene Sicherung sinnvoll, alpine Aufmerksamkeit nötig.
Lange Runouts, brüchig oder spärliche Absicherung — Trad-Erfahrung und ruhiger Kopf.
Manche modernen Topos übernehmen R/X aus dem US-System für klar ausgesetzte Linien.
Sterne (*) in Führern meinen oft Tourqualität — nicht automatisch gute Absicherung.
Neben dem Grad stehen oft Kürzel, die über Cheaten, Hilfspunkte und das Alter der Linie Auskunft geben.
Maximalgrad 6, obligatorisch 5c: die schwere Stelle ist technisch umgehbar (Haken, A0), aber du musst dauerhaft mindestens 5c können.
Ein Hilfspunkt — eine Stelle, die du mit Standschlaufe in der Exe oder am Haken lösen darfst. Mehr p.a. = mehr technisches Gelände.
Ab ca. 1980 meist moderne Absicherung und klarere Linie. Vor ca. 1950: größere Griffe/Risse, oft dort wo man damals sichern konnte — Linienführung kann kreuz und quer sein.
Zusätzlich zur UIAA/FR-Note und zur Absicherung: Wie ernst ist die Tour insgesamt — Länge, Orientierung, Gletscher, objektive Gefahren?
Leicht — einfache Gletscher-/Felswege, wenig technisch.
Wenig schwierig — kurze Kletterstellen, Orientierung und alpine Erfahrung nötig.
Ziemlich schwierig — längere Kletterpassagen, oft UIAA III–IV im Mix.
Schwierig — ernsthafte alpine Tour, anhaltendes Klettern / steiles Eis.
Sehr schwierig — lange, anspruchsvolle Linien, viel Erfahrung nötig.
Extrem — hohe Gesamtschwierigkeit, oft mit schweren Einzelstellen. In Führern oft als ED1–ED4 unterteilt; ABO (Abominablement) liegt noch darüber.
Lange Zeit hatten die Skalen ein festes Oberende — alles Schwierigere landete im höchsten verfügbaren Grad. Später wurden die Skalen nach oben geöffnet; die alten Zahlen blieben oft stehen. Deshalb fühlt sich mancher klassische Grad heute wie eine Stufe (oder mehr) darüber an.
bis Ende der 1970er
Damaliges MaximumVI / VI+
VI+ galt als „Grenze des Menschenmöglichen“. Die Skala wurde erst 1977–1979 nach oben geöffnet (u. a. mit dem VII. Grad — z. B. Pumprisse im Wilden Kaiser 1977).
Ältere VI / VI+-Routen können Stellen enthalten, die man heute eher VII oder höher nennen würde — der Grad blieb oft historisch.
1950er bis ca. Anfang 1960er
Damaliges Maximum5.9
Das Yosemite Decimal System (ursprünglich Tahquitz) war als echte Dezimalskala 5.0–5.9 gedacht. 5.9 sollte der schwerste freie Grad sein; darüber hieß es oft nur 5.9+. Erst später kamen 5.10, 5.11 … und in den frühen 1970ern die Buchstaben a–d.
Klassische 5.9 / 5.9+-Linien aus der Zeit vor der Öffnung können sich wie moderne 5.10 anfühlen. Faustregel: Erstbegehung in den 60ern/70ern → eher „steif“ erwarten, sofern nicht nachbewertet.
jedes Gebiet mit Geschichte
Damaliges Maximumdamaliges Top
Neue Höchstgrade wurden oft zögerlich vergeben. Zusätzlich: bessere Schuhe, Training und Sportklettern haben den Maßstab verschoben — moderne Gebiete können „weicher“ wirken, alte Trad-Gebiete „härter“.
Gleicher Zahlengrad ≠ gleiches Gefühl. Erstbegehung, Gebiet und Stil mitlesen — nicht nur die Zahl.
Im Führer oft das Jahr der Erstbegehung nachsehen. Faustregel aus dem Kurs: ab ca. 1980 „modern“; älter als ca. 1950 oft die großen Strukturen (dort wo man damals sichern konnte) — kann kreuz und quer gehen. Wurde die Route später nachbewertet, steht das manchmal dabei.
UIAA oder Französisch für die Züge — plus oft Absicherungstext, alpine Gesamtnote (AD, D …) und manchmal obligatorischer Grad.
YDS für die Schwierigkeit, dazu G–X für Absicherung. „Trad“ = eigene Sicherung; 5.9 R kann gefährlicher sein als 5.11a G.
Europa ≈ Fontainebleau, USA ≈ V-Scale. Apps und Reiseführer rechnen oft um — trotzdem vor Ort nachfühlen.
Adjectival (HVS, E2 …) steckt Gefahr und Psyche mit drin. Tech-Note allein sagt wenig über Absicherung.
Was ein Grad voraussetzt (meist Rotpunkt) und wie die Wörter zusammenhängen: Begriffe & Stile → · Topos besser lesen: SicherAmBerg-Lernvideos → und Tourenplanung → · warum sich derselbe Grad in Kalk und Granit anders anfühlt: Gesteine →
Umrechnungstabellen sind Orientierungshilfen aus gängigen Vergleichen — keine offizielle Norm. Vor Ort gilt immer die lokale Bewertung und euer eigenes Gefühl.