Klettern.
Nachschlagen · Orientierung

Schwierigkeitsgrade im Vergleich

UIAA, Französisch, YDS, Trad, Fontainebleau & Co. — plus die Skalen für Absicherung und Ernsthaftigkeit bei Mehrseillängen.

Kurz voraus

  • Schwierigkeitsgrade sind Richtwerte — kein Messgerät. Stil, Gestein, Wetter und lokale „Härte“ machen den Unterschied.
  • Vergleiche zwischen Systemen sind immer ungefähr (Abweichung um eine Stufe ist normal). Orientierung an gängigen Tabellen (z. B. Bergzeit) — vor Ort zählt das Gefühl.
  • Schwierigkeit ≠ Gefahr: Bei Mehrseillängen und Trad gibt es oft extra Skalen für Absicherung, Ausgesetztheit und Ernsthaftigkeit.
  • Alte Routen können „härter“ wirken als ihr Grad heute suggeriert — früher endeten die Skalen oft deutlich früher (z. B. UIAA bei VI, YDS bei 5.9).
Überblick

Die wichtigsten Systeme

Nicht jede Zahl meint dasselbe — und nicht jede Skala bewertet nur den schwersten Zug.

UIAA

UIAA

Alpen, DACH · Fels & Mehrseillängen

Römische Zahlen von I bis XII, oft mit − / + (z. B. VI+, VII−). Klassiker im Alpenraum und in vielen deutschsprachigen Führern.

BeispielVI+, VII−, VIII

Französische Skala

FR

Europa (Sport) · Sportklettern

Zahl + Buchstabe + optional +: 5a, 6b+, 7c. Sehr verbreitet an Sportkletterwänden und in modernen Topos — auch neben UIAA.

Beispiel6a, 6b+, 7a

Yosemite Decimal System

YDS

USA / Kanada · Sport & Trad

Alles „richtige“ Klettern liegt in der 5.er-Klasse: 5.6, 5.10a, 5.12c. Buchstaben a–d ab ca. 5.10. Trad und Sport nutzen dieselbe Skala.

Beispiel5.8, 5.10a, 5.11c

„Trad“ ist hier der Absicherungsstil (eigene Sicherung), nicht eine eigene Zahlenskala.

Britische Trad-Skala

UK

UK / Irland · Trad (eigene Sicherung)

Zwei Teile: adjectival (z. B. VS, HVS, E1) für Gesamtschwierigkeit inkl. Absicherung und Psyche — plus technische Note (4a–7b) für den schwersten Zug.

BeispielHVS 5a, E2 5c

Gleiche Tech-Note kann bei schlechter Absicherung eine höhere adjectival Note bekommen.

Fontainebleau

Fb

Europa (Boulder) · Bouldern

Zahl + Großbuchstabe + optional +: 6A, 7B+, 8A. Der Referenz-Maßstab für europäisches Bouldern — benannt nach dem Gebiet bei Paris.

Beispiel6B, 7A+, 8A

V-Scale (Hueco)

V

USA (Boulder) · Bouldern

V0 bis V17 (mit Zwischenstufen wie V0+). Standard in nordamerikanischen Bouldergebieten und vielen Apps.

BeispielV3, V6, V10

Sächsische Skala

Sächs.

Elbsandstein · Sandstein-Trad

Eigene Skala I–XII für die Sächsische Schweiz. Traditionell ohne Bohrhaken — Grade und Ethik weichen von „normalen“ Sportgebieten ab.

BeispielVIIa, VIIIb, IXc

Nicht 1:1 mit UIAA vergleichen — lokaler Stil und Absicherung zählen stark mit.

Umrechnung

Seilklettern — ungefährer Vergleich

UIAA ↔ Französisch ↔ YDS ↔ britische Tech-Note — bis zum aktuellen oberen Ende (ca. XII+ / 9c / 5.15d). Die UK-Spalten sind oben besonders ungefähr; Absicherung steckt im E-Grad mit drin. Die Skalen sind grundsätzlich nach oben offen.

  1. IIIUIAA
    Französisch
    3
    YDS (USA)
    5.4
    UK Tech
    UK Adjectival
    Diff / VDiff
  2. IVUIAA
    Französisch
    4a
    YDS (USA)
    5.5
    UK Tech
    4a
    UK Adjectival
    Severe
  3. IV+UIAA
    Französisch
    4b
    YDS (USA)
    5.6
    UK Tech
    4a
    UK Adjectival
    HS
  4. V−UIAA
    Französisch
    4c
    YDS (USA)
    5.7
    UK Tech
    4b
    UK Adjectival
    HS / VS
  5. VUIAA
    Französisch
    5a
    YDS (USA)
    5.8
    UK Tech
    4c
    UK Adjectival
    VS
  6. V+UIAA
    Französisch
    5b
    YDS (USA)
    5.9
    UK Tech
    5a
    UK Adjectival
    HVS
  7. VI−UIAA
    Französisch
    5c
    YDS (USA)
    5.10a
    UK Tech
    5a
    UK Adjectival
    E1
  8. VIUIAA
    Französisch
    6a
    YDS (USA)
    5.10b
    UK Tech
    5b
    UK Adjectival
    E1 / E2
  9. VI+UIAA
    Französisch
    6a+
    YDS (USA)
    5.10c
    UK Tech
    5b
    UK Adjectival
    E2
  10. VII−UIAA
    Französisch
    6b
    YDS (USA)
    5.10d
    UK Tech
    5c
    UK Adjectival
    E2 / E3
  11. VIIUIAA
    Französisch
    6b+
    YDS (USA)
    5.11a
    UK Tech
    5c
    UK Adjectival
    E3
  12. VII+UIAA
    Französisch
    6c
    YDS (USA)
    5.11a / b
    UK Tech
    6a
    UK Adjectival
    E3 / E4
  13. VIII−UIAA
    Französisch
    6c+
    YDS (USA)
    5.11b
    UK Tech
    6a
    UK Adjectival
    E4
  14. VIIIUIAA
    Französisch
    7a
    YDS (USA)
    5.11c
    UK Tech
    6a
    UK Adjectival
    E4 / E5
  15. VIII+UIAA
    Französisch
    7a+
    YDS (USA)
    5.11d
    UK Tech
    6b
    UK Adjectival
    E5
  16. IX−UIAA
    Französisch
    7b / 7b+
    YDS (USA)
    5.12a / b
    UK Tech
    6b
    UK Adjectival
    E5 / E6
  17. IXUIAA
    Französisch
    7c
    YDS (USA)
    5.12c
    UK Tech
    6b
    UK Adjectival
    E6
  18. IX+UIAA
    Französisch
    7c+
    YDS (USA)
    5.12d
    UK Tech
    6c
    UK Adjectival
    E6 / E7
  19. X−UIAA
    Französisch
    8a
    YDS (USA)
    5.13a / b
    UK Tech
    6c
    UK Adjectival
    E7
  20. XUIAA
    Französisch
    8a+ / 8b
    YDS (USA)
    5.13c / d
    UK Tech
    7a
    UK Adjectival
    E8
  21. X+UIAA
    Französisch
    8b+
    YDS (USA)
    5.14a
    UK Tech
    7a
    UK Adjectival
    E8 / E9
  22. XI−UIAA
    Französisch
    8c
    YDS (USA)
    5.14b
    UK Tech
    7a / 7b
    UK Adjectival
    E9
  23. XIUIAA
    Französisch
    8c+ / 9a
    YDS (USA)
    5.14c / d
    UK Tech
    7b
    UK Adjectival
    E9 / E10
  24. XI+UIAA
    Französisch
    9a+
    YDS (USA)
    5.15a
    UK Tech
    7b
    UK Adjectival
    E10
  25. XII−UIAA
    Französisch
    9b
    YDS (USA)
    5.15b
    UK Tech
    UK Adjectival
    E11
  26. XIIUIAA
    Französisch
    9b+
    YDS (USA)
    5.15c
    UK Tech
    UK Adjectival
    E11
  27. XII+UIAA
    Französisch
    9c
    YDS (USA)
    5.15d
    UK Tech
    UK Adjectival
Umrechnung

Bouldern — Fontainebleau ↔ V-Scale

Europäische Bouldergrade (Fb) und die nordamerikanische V-Scale — bis ca. 9A / V17. Auch hier: Richtwerte, keine exakte Gleichung; die Skalen bleiben nach oben offen.

  1. 4FontainebleauV0V-Scale
  2. 4+FontainebleauV0+V-Scale
  3. 5FontainebleauV1V-Scale
  4. 5+FontainebleauV2V-Scale
  5. 6AFontainebleauV3V-Scale
  6. 6A+FontainebleauV3 / V4V-Scale
  7. 6BFontainebleauV4V-Scale
  8. 6B+FontainebleauV4 / V5V-Scale
  9. 6CFontainebleauV5V-Scale
  10. 6C+FontainebleauV5 / V6V-Scale
  11. 7AFontainebleauV6V-Scale
  12. 7A+FontainebleauV7V-Scale
  13. 7BFontainebleauV8V-Scale
  14. 7B+FontainebleauV8 / V9V-Scale
  15. 7CFontainebleauV9V-Scale
  16. 7C+FontainebleauV10V-Scale
  17. 8AFontainebleauV11V-Scale
  18. 8A+FontainebleauV12V-Scale
  19. 8BFontainebleauV13V-Scale
  20. 8B+FontainebleauV14V-Scale
  21. 8CFontainebleauV15V-Scale
  22. 8C+FontainebleauV16V-Scale
  23. 9AFontainebleauV17V-Scale
Mehrseillängen & Trad

Absicherung & Gefährlichkeit

Der freie Grad sagt, wie schwer der Zug ist — nicht, wie schlimm ein Sturz wird. Bei Trad und alpinen Mehrseillängen stehen deshalb oft extra Hinweise daneben.

YDS Protection Rating

R / X

USA / Kanada · Trad (eigene Sicherung)

Beispiel 5.9 R, 5.11a X

Zusatz zur YDS-Schwierigkeit (z. B. 5.10a R). Bewertet nicht den Zug, sondern Qualität und Abstand der Absicherung — und damit, wie schlimm ein Sturz werden kann. Die Buchstaben kommen bewusst von den US-Filmbewertungen.

GGood

Sicher, häufige gute Sicherungen — Stürze sind in der Regel gut gehalten.

PGPretty Good

Überwiegend solide Absicherung, aber einzelne Stellen mit schlechterer oder weiter entfernter Absicherung.

PG13PG-13

Etwas Runout — oft nicht direkt in der Schlüsselstelle. Längere Stürze möglich, meist ohne extremes Verletzungsrisiko.

RRunout

Stark ausgesetzt / sehr wenig Absicherung — Sturz mit Verletzungsrisiko.

XExtreme

Extrem ausgesetzt — Sturz mit Lebensgefahr (Bodensturz, Deckenschläger, kaum Material).

G und PG stehen in Topos oft gar nicht — ab PG-13, R oder X wird’s meist explizit. Manche Legenden überspringen PG und listen nur G / PG-13 / R / X.

Britische Adjectival-Skala

UK Adj

UK / Irland · Trad

Beispiel HVS 5a vs. E2 5a

Hier steckt die „Gefahr“ schon in der Gesamtnote: VS, HVS, E1 … bewerten Technik, Absicherung und Psyche zusammen. Die Tech-Note (5a, 5c) ist nur der schwerste Zug.

Mod–SModerate bis Severe

Einsteiger- bis moderates Trad — Absicherung meist noch übersichtlich.

HS / VSHard Severe / Very Severe

Solides Trad-Niveau — Absicherung und Linienfindung werden wichtiger.

HVSHard Very Severe

Anspruchsvoll — oft schon ernsthafte Absicherung oder ausgesetzte Passagen.

E1–E3Extreme

Ernstes Trad — Runouts, knifflige Cams, viel Ernsthaftigkeit. Gleiche Tech-Note wie HVS kann hier viel gefährlicher sein.

E4+Hard Extreme

Sehr ernst — hohe Anforderungen an Psyche, Absicherung und Erfahrung.

Gleiche Tech-Note, höhere E-Note = meist schlechtere Absicherung oder mehr Psyche — nicht einfach „schwerer Zug“.

Engagement / Ernsthaftigkeit

I–VI

Alpen (FR / IT / CH) · Alpine Mehrseillängen

Beispiel TD V+ / Eng. IV

Cotation d’engagement: Wie ernst ist die Tour insgesamt? Rückzug, Absicherung, Länge, objektive Gefahren — unabhängig vom schwersten freien Grad.

IGering

Kurz, gut abgesichert oder leichter Rückzug — wenig alpine Konsequenzen.

IIMäßig

Normale alpine Mehrseillänge — Orientierung und solides Standplatz-Management nötig.

IIIErnst

Länger oder ausgesetzter — Rückzug aufwendig, Absicherung nicht überall komfortabel.

IVSehr ernst

Hoher Einsatz / wenig Rückzug — schlechte Absicherung möglich, objektive Gefahren, schwieriger Abbruch.

V–VIExtrem

Sehr lange, ernste Linien — oft mit Runouts, komplexem Rückzug und hoher alpiner Gefahr.

Je nach Führer leicht unterschiedlich beschriftet; immer die Legende im Buch lesen.

Obligatorischer Grad

obl.

Europa (Mehrseillängen) · Sport- & Alpin-Routen

Beispiel 6b (5c obl.)

Zwei Zahlen: freier Maximalgrad (schwerste Stelle, oft mit Ruhe/Haken) und obligatorischer Grad — was du beherrschen musst, wenn du nicht in den Haken fallen / A0 ziehen willst oder Absicherung weit ist.

freiMax. freier Grad

Schwerste Stelle der Route — z. B. 6b. Kann kurz und gut abgesichert sein.

obl.Obligatorisch

Dauerhaftes Niveau ohne „Flucht“ in Haken — z. B. 5c obl. Entscheidend fürs sichere Vorsteigen.

p.a.Point d’aide

1 p.a. = ein Hilfspunkt. Eine Stelle technisch lösbar (cheaten) — z. B. mit Standschlaufe in die Exe / den Haken treten oder ziehen.

Eine 6b mit 5a obl. ist oft entspannter als eine 6a mit 5c obl. und langen Runouts. „6 (5c obl.)“ heißt: die 6er-Stelle kannst du durchmogeln (Haken, A0), aber mindestens 5c musst du frei können.

Absicherung in DACH-Topos

Absich.

Alpen / DACH · Mehrseillängen

Beispiel VI+ · gut abgesichert · AD

Oft keine feste Buchstaben-Skala, sondern Klartext oder Symbole zur Absicherungsqualität — parallel zu UIAA/FR und manchmal zur alpinen Gesamtnote (F–ED).

gutGut / Plaisir

Eng gebohrt oder zuverlässig abzusichern — typische Genuss-Mehrseillänge.

mäßigMäßig / alpin

Größere Hakenabstände, eigene Sicherung sinnvoll, alpine Aufmerksamkeit nötig.

schlechtSchlecht / ernst

Lange Runouts, brüchig oder spärliche Absicherung — Trad-Erfahrung und ruhiger Kopf.

R / XExplizit gefährlich

Manche modernen Topos übernehmen R/X aus dem US-System für klar ausgesetzte Linien.

Sterne (*) in Führern meinen oft Tourqualität — nicht automatisch gute Absicherung.

Topo

Was im Führer steht

Neben dem Grad stehen oft Kürzel, die über Cheaten, Hilfspunkte und das Alter der Linie Auskunft geben.

6 (5c obl.)

Maximalgrad 6, obligatorisch 5c: die schwere Stelle ist technisch umgehbar (Haken, A0), aber du musst dauerhaft mindestens 5c können.

1 p.a. / point d’aide

Ein Hilfspunkt — eine Stelle, die du mit Standschlaufe in der Exe oder am Haken lösen darfst. Mehr p.a. = mehr technisches Gelände.

Erstbegehung

Ab ca. 1980 meist moderne Absicherung und klarere Linie. Vor ca. 1950: größere Griffe/Risse, oft dort wo man damals sichern konnte — Linienführung kann kreuz und quer sein.

Alpine Touren

Gesamtschwierigkeit (F–ED)

Zusätzlich zur UIAA/FR-Note und zur Absicherung: Wie ernst ist die Tour insgesamt — Länge, Orientierung, Gletscher, objektive Gefahren?

FFacile

Leicht — einfache Gletscher-/Felswege, wenig technisch.

PDPeu Difficile

Wenig schwierig — kurze Kletterstellen, Orientierung und alpine Erfahrung nötig.

ADAssez Difficile

Ziemlich schwierig — längere Kletterpassagen, oft UIAA III–IV im Mix.

DDifficile

Schwierig — ernsthafte alpine Tour, anhaltendes Klettern / steiles Eis.

TDTrès Difficile

Sehr schwierig — lange, anspruchsvolle Linien, viel Erfahrung nötig.

EDExtrêmement Difficile

Extrem — hohe Gesamtschwierigkeit, oft mit schweren Einzelstellen. In Führern oft als ED1–ED4 unterteilt; ABO (Abominablement) liegt noch darüber.

Skalen-Geschichte

Warum alte Routen oft „härter“ wirken

Lange Zeit hatten die Skalen ein festes Oberende — alles Schwierigere landete im höchsten verfügbaren Grad. Später wurden die Skalen nach oben geöffnet; die alten Zahlen blieben oft stehen. Deshalb fühlt sich mancher klassische Grad heute wie eine Stufe (oder mehr) darüber an.

bis Ende der 1970er

UIAA (Alpen / DACH)

Damaliges MaximumVI / VI+

VI+ galt als „Grenze des Menschenmöglichen“. Die Skala wurde erst 1977–1979 nach oben geöffnet (u. a. mit dem VII. Grad — z. B. Pumprisse im Wilden Kaiser 1977).

Ältere VI / VI+-Routen können Stellen enthalten, die man heute eher VII oder höher nennen würde — der Grad blieb oft historisch.

1950er bis ca. Anfang 1960er

YDS (USA)

Damaliges Maximum5.9

Das Yosemite Decimal System (ursprünglich Tahquitz) war als echte Dezimalskala 5.0–5.9 gedacht. 5.9 sollte der schwerste freie Grad sein; darüber hieß es oft nur 5.9+. Erst später kamen 5.10, 5.11 … und in den frühen 1970ern die Buchstaben a–d.

Klassische 5.9 / 5.9+-Linien aus der Zeit vor der Öffnung können sich wie moderne 5.10 anfühlen. Faustregel: Erstbegehung in den 60ern/70ern → eher „steif“ erwarten, sofern nicht nachbewertet.

jedes Gebiet mit Geschichte

Allgemein

Damaliges Maximumdamaliges Top

Neue Höchstgrade wurden oft zögerlich vergeben. Zusätzlich: bessere Schuhe, Training und Sportklettern haben den Maßstab verschoben — moderne Gebiete können „weicher“ wirken, alte Trad-Gebiete „härter“.

Gleicher Zahlengrad ≠ gleiches Gefühl. Erstbegehung, Gebiet und Stil mitlesen — nicht nur die Zahl.

Praxis-Tipp

Im Führer oft das Jahr der Erstbegehung nachsehen. Faustregel aus dem Kurs: ab ca. 1980 „modern“; älter als ca. 1950 oft die großen Strukturen (dort wo man damals sichern konnte) — kann kreuz und quer gehen. Wurde die Route später nachbewertet, steht das manchmal dabei.

Praxis

Was du wo siehst

Alpen / DACH

UIAA oder Französisch für die Züge — plus oft Absicherungstext, alpine Gesamtnote (AD, D …) und manchmal obligatorischer Grad.

USA

YDS für die Schwierigkeit, dazu G–X für Absicherung. „Trad“ = eigene Sicherung; 5.9 R kann gefährlicher sein als 5.11a G.

Bouldern

Europa ≈ Fontainebleau, USA ≈ V-Scale. Apps und Reiseführer rechnen oft um — trotzdem vor Ort nachfühlen.

UK Trad

Adjectival (HVS, E2 …) steckt Gefahr und Psyche mit drin. Tech-Note allein sagt wenig über Absicherung.

Im Kopf behalten

  • Ein freier Grad beschreibt die schwerste Stelle — nicht Länge, Absicherung, Ausgesetztheit oder alpine Gefahren.
  • R, X, E-Grade, Engagement und „obligatorisch“ sind die Stellen, an denen Topos vor Konsequenzen warnen.
  • Erstbegehung aus den 50er–70ern? Der Grad kann historisch „gequetscht“ sein — erstes Begehungsjahr im Führer mitdenken.
  • Sandstein, Kalk und Granit „klettern“ unterschiedlich. Derselbe Grad kann sich komplett anders anfühlen.
  • Lokale Härte: Manche Gebiete sind bekannt dafür, „hart“ oder „weich“ zu bewerten.
  • Alpine Gesamtnoten (AD, D, TD …) sind Gesamtschwierigkeit der Tour — parallel zu UIAA/FR für die Kletterstellen.

Was ein Grad voraussetzt (meist Rotpunkt) und wie die Wörter zusammenhängen: Begriffe & Stile → · Topos besser lesen: SicherAmBerg-Lernvideos → und Tourenplanung → · warum sich derselbe Grad in Kalk und Granit anders anfühlt: Gesteine →

Umrechnungstabellen sind Orientierungshilfen aus gängigen Vergleichen — keine offizielle Norm. Vor Ort gilt immer die lokale Bewertung und euer eigenes Gefühl.