Klettern.
Fels · Geologie

Gesteine am Fels

Was die Wand ist — atomar, mineralisch und zum Greifen. Damit Granit, Kalk und Sandstein nicht nur Namen bleiben.

Kurz voraus

  • Was du greifst, ist Chemie plus Abkühlung, Druck und Wasser. Die Minerale und wie sie verknüpft sind, entscheiden über Reibung, Risse, Politur und ob Friends oder Keile halten.
  • Fast alle Klettergesteine sind Silikate oder Karbonate. Baustein der Silikate: das SiO₄-Tetraeder. Baustein der Kalke: das flache CO₃-Dreieck.
  • Urgestein (Granit, Gneis, Porphyr) klemmt oft ehrlicher. Kalk ist glatter, löchriger, wasserlöslich. Sandstein will trocken sein.
Drei Sorten Fels

Magmatit, Sediment, Metamorphit

Jedes Klettergebiet fällt in eine dieser drei Familien — oder in eine Mischung, wenn die Alpen das Gestein nochmal umgebaut haben.

Erstarrungsgestein

Magmatite

Schmelze kühlt ab und kristallisiert. Tiefengestein (Granit, Gabbro) erstarrt langsam unter der Erde — grobe Kristalle. Ergussgestein (Basalt, Porphyr, Rhyolith) erstarrt schnell an der Oberfläche — fein oder mit Einsprenglingen.

Oft gute Reibung und Risse. Friends-Gelände. Kristalle können scharf oder bröselig sein, je nach Verwitterung.

Ablagerungsgestein

Sedimente

Körner, Schalen oder chemische Ausfällung werden abgelagert und verfestigt (Diagenese). Bindemittel: Kieselsäure, Kalk, Ton, Eisenoxide.

Kalk: Taschen, Wasserlöcher, Politur. Sandstein: rundliche Griffe, nach Regen oft tabu. Das Bindemittel entscheidet, wie fest der Fels ist.

Umwandlungsgestein

Metamorphite

Bestehendes Gestein wird durch Druck und Hitze umkristallisiert, ohne zu schmelzen. Schieferung, Bänderung, härtere Minerale.

Gneis klettert oft wie Granit, aber in Lagen. Quarzit ist extrem hart und reibungsstark. Glimmerschiefer kann plattig und unzuverlässig sein.

Atomarer Aufbau

Zwei Bausteine, der Rest ist Verknüpfung

Silikate (Granit, Gneis, Sandstein) leben vom Tetraeder. Karbonate (Kalk, Dolomit) vom flachen Dreieck. Wie die Bausteine verknüpft sind, bestimmt Spaltbarkeit — und damit, ob ein Riss hält oder eine Schuppe ausgeht.

SiO₄-TetraederSiOOOO
SiO₄-Tetraeder — Silicium (grün) in der Mitte, Sauerstoff (blau) an den vier Ecken. Gestrichelte Kanten liegen hinten.

SiO₄-Tetraeder

SiO₄⁴⁻

Silicium in der Mitte, vier Sauerstoff an den Ecken — wie eine Pyramide mit Dreiecksseiten. Das ist der Grundbaustein fast aller magmatischen und metamorphen Kletterfelsen. Die Tetraeder teilen sich Ecken (Sauerstoffatome) und bauen so Ketten, Schichten oder ganze Gerüste.

Carbonat-Dreieck

CO₃²⁻

Ein Kohlenstoff, drei Sauerstoff in einer Ebene. Mit Calcium oder Magnesium entsteht Calcit (CaCO₃) oder Dolomit (CaMg(CO₃)₂) — der Stoff der Kalk- und Dolomitwände. Flache Bausteine, drei Spaltflächen, löslich in (leicht) saurem Wasser.

Was dazwischen sitzt

K⁺, Na⁺, Ca²⁺, Mg²⁺, Fe²⁺/³⁺, Al³⁺

Die Tetraeder allein wären negativ geladen. Kationen füllen die Lücken und bestimmen Härte, Farbe und Spaltbarkeit. Aluminium kann Silicium im Tetraeder ersetzen (Feldspat). Eisen färbt Gestein oft dunkel oder rostrot.

Wie sich Tetraeder verknüpfen

Gerüstsilikate

Quarz, Feldspat

Jedes Tetraeder teilt alle vier Ecken. Dreidimensionales Netz — wenig bis keine Spaltbarkeit, hart. Deshalb hält Granit Cams: der Riss geht durch das Gestein, nicht entlang einer Glimmerlage.

Schichtsilikate

Glimmer, Tonminerale

Tetraeder in Lagen, dazwischen schwache Bindungen. Perfekte Spaltbarkeit — Glimmer blättert, Ton quillt wenn nass. Sandstein mit Tonbindung wird nach Regen weich; Gneis mit viel Glimmer kann plattig brechen.

Ketten- & Bandsilikate

Pyroxen, Amphibol (Hornblende)

Tetraeder in Einfach- oder Doppelketten. Typisch in dunklen Magmatiten (Gabbro, Basalt). Zwei Spaltrichtungen, oft dunkle, längliche Kristalle.

Bestandteile

Die Minerale, die du greifst

Gestein ist ein Gemenge. Die einzelnen Minerale haben Formeln, Härte und Spaltbarkeit — das Gemenge erbt davon Reibung und Brüche.

Quarz

SiO₂

Gerüstsilikat. Jedes SiO₄-Tetraeder teilt alle Ecken — Reinformel SiO₂, keine Spaltbarkeit, Mohs 7.

Helles, glasiges Mineral in Granit, Gneis, Sandstein, Quarzit.

Gibt Reibung und harte Kanten. Risse im Quarz sind oft bombensicher. Nasser Quarz kann glatt sein, bricht aber nicht in Platten.

Feldspat

KAlSi₃O₈ · NaAlSi₃O₈ · CaAl₂Si₂O₈

Gerüstsilikat, bei dem Al einen Teil des Si ersetzt. Zwei Spaltflächen ~90°. Kalifeldspat (rosa), Plagioklas (weiß–grau).

Mengenmäßig das häufigste Mineral der Erdkruste — Hauptbestandteil von Granit und Gneis.

Die groben Kristalle in Granit sind oft Feldspat. Verwittert zu Ton — dann bröseln Griffe. Frisch: gute Kanten, etwas weniger Reibung als Quarz.

Glimmer

KAl₂(AlSi₃O₁₀)(OH)₂ (Muskovit) · Biotit mit Fe/Mg

Schichtsilikat. Eine perfekte Spaltfläche — blättert in hauchdünne Plättchen.

Muskovit (hell) und Biotit (schwarz) in Granit und Gneis. Glitzert in der Sonne.

Viel Glimmer = schiefernd, rutschig, unzuverlässige Schuppen. Friends in glimmerreichen Lagen können ausbrechen. Klopfen, bevor du dich drauf verlässt.

Calcit

CaCO₃

Carbonat. Planare CO₃-Gruppen, Calcium dazwischen. Drei Spaltflächen (Rhomboeder), Mohs 3 — mit dem Messer ritzbar, braust mit Säure.

Hauptmineral von Kalkstein und Marmor. Zement in manchen Sandsteinen.

Taschen und Tropflöcher entstehen, weil Wasser Calcit löst. Politur an viel gekletterten Griffen. Nasser Kalk ist deutlich rutschiger als nasser Granit.

Dolomit

CaMg(CO₃)₂

Wie Calcit, aber jedes zweite Calcium durch Magnesium ersetzt. Etwas härter und weniger löslich als reiner Kalk.

Dolomiten, Teile der Nördlichen Kalkalpen, mancher Jura.

Oft gelblich-grau, etwas rauer als reiner Kalk. Brüchige Bänder und gelbe Zonen ernst nehmen — Magnesium ändert die Verwitterung, nicht die Grundregel (Carbonat).

Olivin & dunkle Minerale

(Mg,Fe)₂SiO₄ · Pyroxen · Amphibol

Isolierte Tetraeder (Olivin) oder Ketten (Pyroxen, Hornblende). Eisenreich, dunkelgrün bis schwarz.

Gabbro, Basalt, Peridotit — dunkles, schweres Gestein.

Basalt kann scharf und griffig sein (Säulen, Kanten) oder glasig-glatt. Gabbro klettert grobkristallin wie dunkler Granit.

Am Fels

Vorkommende Klettergesteine

Zusammensetzung, Gefüge, Klettergefühl und was du daran absicherst. Bei den Hauptgesteinen ein Felsmassiv zum Einordnen — dazu Nahaufnahmen, damit Kristalle, Körner und Bänderung erkennbar sind.

Swisstopo

Lithologie 500 — Schweiz

Swisstopo-Karte mit der Schicht Lithologie 500: Hauptgesteinsarten der Schweiz auf einen Blick. Thema Geologie, graue Landeskarte.

Karte
Salbitschijen-Nadelgrat aus hellem Granit, Kanton Uri
Salbitschijen, Uri — Granitnadeln und Risssysteme. Foto: Uwelino, CC BY-SA 4.0
Handstück Alkali-Feldspat-Granit: rosa Kalifeldspat, glasiger Quarz, schwarzer Biotit
Grobkörnig: rosa Kalifeldspat, Quarz, Biotit. Foto: Khruner, CC BY-SA 4.0

Granit

Magmatit
Bestandteile
Quarz + Feldspat + Glimmer. Typisch ~20–40 % Quarz, Rest Feldspat, wenig Biotit/Muskovit.
Gefüge
Tiefengestein, grobe Kristalle (sichtbar). Gleichkörnig, keine Schichtung. Risse durch Abkühlung und Tektonik.
Klettern
Reibung, Kristalle, Risse, oft Runouts an Platten. Trocken sehr griffig, nass immer noch okay.
Absicherung
Eher Friends in parallelen Rissen. Keile in Verengungen. Übungsgelände für Trad.

Beispiele: Furkapass, Grimsel, Yosemite, Elbsandstein ist *kein* Granit — Sächsische Schweiz ist Sandstein.

Trollveggen in Norwegen, steile Gneiswand mit scharfen Graten
Trollveggen, Norwegen — Big-Wall im Gneis. Foto: per, CC BY 2.0
Gneis-Handstück mit heller Quarz-Feldspat-Bänderung und dunklen Glimmerlagen
Helle und dunkle Lagen — die Bänderung. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Gneis

Metamorphit
Bestandteile
Wie Granit (Quarz, Feldspat, Glimmer), aber durch Druck gebändert.
Gefüge
Wechsellagerung heller (Quarz/Feldspat) und dunkler (Glimmer) Lagen. Schieferung möglich.
Klettern
Oft granitähnlich, plus Leisten entlang der Bänderung. Glimmerlagen können schuppen.
Absicherung
Friends und Keile wie im Granit — Lagenrichtung beachten. Nicht in Glimmerbänder pressen.

Beispiele: Aarmassiv, Tessin, Murgtal / Urgestein im Schwarzwald, Teile der Zentralalpen.

Rote Porphyrkliffs im Massif de l’Estérel an der Côte d’Azur
Estérel, Südfrankreich — roter vulkanischer Porphyr. Foto: Einaz80, CC BY-SA 4.0
Porphyrisches Rhyolith-Handstück: helle Feldspat-Einsprenglinge in feiner grauvioletter Grundmasse
Zwei Korngrößen: Einsprenglinge in feiner Matrix. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Porphyr

Magmatit
Bestandteile
Chemisch oft wie Granit oder Andesit: große Einsprenglinge (Feldspat, Quarz) in feiner Grundmasse.
Gefüge
Ergussgestein. Zwei Korngrößen — große Kristalle in dichter Matrix. Manchmal säulig oder plattig geklüftet.
Klettern
Kantig, oft steil, kleine Tritte. Die Einsprenglinge sind die Griffe.
Absicherung
Klüfte für Keile und kleine Friends. Grundmasse kann splitterig sein.

Beispiele: Bozen / Südtirol (Quarzporphyr), Estérel (roter Rhyolith-Porphyr), mancher Schwarzwald, Teile der Vogesen.

Vesikulärer Basalt: feine dunkle Matrix mit runden Gasblasen
Feinkörnig, mit Blasen aus erstarrter Lava. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Basalt

Magmatit
Bestandteile
Plagioklas + Pyroxen ± Olivin. Wenig bis kein Quarz — dunkel, schwer, SiO₂-ärmer als Granit.
Gefüge
Feinkörnig, oft Säulenklüftung (Abkühlung). Manchmal Blasen (Mandeln) mit Calcit oder Zeolith.
Klettern
Scharfe Kanten, kleine Griffe, teils sehr steil. Säulen geben Risse und Kanten.
Absicherung
Risse zwischen Säulen, kleine Keile. Blasenräume nicht mit Cams aufspreizen, wenn die Kruste dünn ist.

Beispiele: Eifel, Nordirland (Giant’s Causeway als Extrem), mancher Inntal-Porphyr/Basalt, Island.

Hornblende-Gabbro: grobe dunkle und helle Kristalle im Salz-und-Pfeffer-Gefüge
Grobkörnig, dunkel — Kristalle mit bloßem Auge sichtbar. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Gabbro

Magmatit
Bestandteile
Wie Basalt, aber Tiefengestein: grober Plagioklas + Pyroxen ± Olivin.
Gefüge
Grobkörnig, dunkel. Das plutonische Gegenstück zum Basalt.
Klettern
Grob, kristallin, oft hohe Reibung. Weniger „klassisch“ als Granit, ähnlich in der Logik.
Absicherung
Risse und Verengungen — Friends und Keile. Festigkeit je nach Verwitterung prüfen.

Beispiele: Selten als Sportgebiet, vereinzelt in Ophiolith-Zonen (z. B. Teile der Westalpen).

Eiger-Nordwand aus Kalkstein über den Wiesen von Grindelwald
Eiger-Nordwand, Berner Oberland — Kalkmassiv. Foto: Fischer.H, CC BY-SA 4.0
Fossilreicher Kalkstein mit Schalenbruch in grauer Calcit-Matrix
Schalen und Bruchstücke in der Kalkmatrix. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Kalkstein

Sediment
Bestandteile
Überwiegend Calcit (CaCO₃). Oft Fossilreste. Verunreinigungen: Ton, Dolomit, Kieselsäure.
Gefüge
Chemisch oder biogen abgelagert, später verfestigt. Klüfte, Karst, Wasserlöcher. Keine Silikat-Gerüste.
Klettern
Taschen, Leisten, Wasserlöcher, Politur. Nass deutlich rutschiger. Fingerfreundlich, wenn nicht poliert.
Absicherung
Bohrhaken-Standard. Mobil: eher Keile und Tricams in Taschen als Friends in parallelen Rissen.

Beispiele: Jura, Donautal, Rätikon, Dolomiten (oft Dolomit), Calanques, Verdon, Frankenjura.

Dolomitgestein mit zuckerkörniger Kristalltextur und kristallausgekleidetem Hohlraum
Zuckerkörnig, porös — Drusen mit Kristallen. Foto: Nessa Eull, CC0

Dolomitgestein

Sediment
Bestandteile
Dolomit CaMg(CO₃)₂, oft mit Calcit gemischt.
Gefüge
Wie Kalk, etwas widerständiger gegen Lösung. Häufig gelbliche Bänder, brüchige Einschaltungen.
Klettern
Rauer als reiner Kalk, oft alpiner, ausgesetzter. Gelbe Zonen = Vorsicht.
Absicherung
Wie Kalk, plus mehr Lose. Stand und Zwischensicherungen in festem, grauem Fels suchen.

Beispiele: Dolomiten, Teile der Nördlichen Kalkalpen, mancher Schweizer Jura.

Basteibrücke zwischen Sandsteintürmen in der Sächsischen Schweiz
Bastei, Sächsische Schweiz — Elbsandstein-Türme. Foto: J.-H. Janßen, CC BY-SA 4.0
Nahaufnahme von Sandstein: feine Quarzkörner, links hell, rechts eisenoxidrot
Sandkörner — Eisenoxid färbt rot. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Sandstein

Sediment
Bestandteile
Quarzkörner (SiO₂) plus Bindemittel: Kieselsäure (hart), Kalk oder Ton (weich, wassersensibel).
Gefüge
Abgelagerter Sand, geschichtet. Festigkeit = Bindemittel, nicht die Körner.
Klettern
Runde Löcher, Reibung, oft weich an den Kanten. Nach Regen 48–72 h warten (bes. Elbsandstein).
Absicherung
Eigene Ethik in manchen Gebieten (Ringe, Knotenschlingen, keine Cams die den Fels sprengen). Cams nicht festfahren.

Beispiele: Sächsische Schweiz, Pfalz, Fontainebleau (Sandstein-Boulder), Indian Creek ist *nicht* klassischer Sandstein-Sport — dort Riss-Trad im Sandstein.

Polierter Konglomerat-Schliff: bunte gerundete Gerölle in sandiger Matrix, 9 cm
Gerölle in der Matrix — Schliff, 9 cm. Foto: Siim Sepp, CC BY-SA 3.0

Konglomerat

Sediment
Bestandteile
Gerölle (Kiesel) in einer feineren Matrix. Die Kiesel sind oft Quarz oder Kalk.
Gefüge
Grobe Sedimentstruktur. Die Matrix hält die Kiesel — oder auch nicht.
Klettern
Kiesel als Griffe, wenn sie fest sitzen. Ausbrechende „Murmeln“, wenn die Matrix weich ist.
Absicherung
Schwer einzuschätzen. Nur solide eingebundene Blöcke schlingen. Keine Cams hinter losen Kieseln.

Beispiele: Meteora, mancher Alpen-Molasse-Fels, vereinzelt im Jura.

Quarzit-Handstück mit zuckerkörniger, ineinander verwachsener Quarztextur
Zuckerkörnig — Quarzkörner zusammengeschweißt. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Quarzit

Metamorphit
Bestandteile
Fast reiner Quarz (SiO₂) — metamorphosierter Sandstein, Körner zusammengeschweißt.
Gefüge
Sehr hart, oft zuckerkörnig oder massig. Wenig Spaltbarkeit.
Klettern
Extreme Reibung, kleine Tritte, oft plattig und runout. Unnachgiebig für die Haut.
Absicherung
Wenige Risse — oft Bohrhaken oder lange Runouts. Keile in feinen Rissen, wenn vorhanden.

Beispiele: Teile der Westalpen, Skandinavien, mancher Appalachen-Quarzit (USA).

Muskovit-Glimmerschiefer: silbrige Glimmerplättchen entlang der Schieferung
Glimmer glänzt — das Gestein spaltet in Lagen. Foto: James St. John, CC BY 2.0

Schiefer / Glimmerschiefer

Metamorphit
Bestandteile
Tonminerale, Glimmer, Quarz. Feinlagig.
Gefüge
Starke Schieferung. Plattig, oft nass und brüchig.
Klettern
Selten gutes Sportklettern. Alpine gemischte Touren, brüchige Bänder.
Absicherung
Unzuverlässig. Schlingen um feste Bänder, nicht in die Schieferung spreizen.

Beispiele: Bündnerschiefer, Teile der Ostalpen — eher alpin als Klettergarten.

Praxis

Was du daraus mitnimmst

Klopfen

Eine Hand auf den Block, mit der anderen klopfen. Vibration = nicht fest. Gilt für alle Gesteine, besonders Kalkbänder und Gneislagen.

Nass

Kalk und Sandstein verlieren deutlich mehr Reibung als Granit. Sandstein mit Tonbindung kann sich vollsaugen und weich werden.

Politur

Calcit (Mohs 3) poliert sich an viel gekletterten Routen glatt. Quarz (Mohs 7) bleibt rauer — deshalb fühlt sich ein 6a im Jura anders an als ein 6a am Furkapass.

Rissform folgt dem Gestein

Granit/Gneis: Abkühlungsklüfte, oft parallel → Friends. Kalk: Lösung und Schichtfugen, oft V und Taschen → Keile und Tricams.

Friends vs. Keile nach Gestein: Trad-Absicherung → · Übungsfelsen unter Tourenplanung →

Vereinfachte Geologie fürs Klettern — lokale Varianten und Verwitterung zählen vor Ort mehr als die Lehrbuchformel.