Erster Friends-Satz
Black Diamond oder Wild Country, Größen 0.5–2 — vier Stück, doppelachsig. DMM geht auch. Danach zwei Größen nach unten und zwei nach oben dazukaufen.
Was du am Gurt hast, entscheidet mit, wie gut eine Linie abzusichern ist — und warum manche Routen R oder X bekommen.
Erst ein kompakter Satz, dann nach unten und oben erweitern. Friends nicht gebraucht kaufen.
Black Diamond oder Wild Country, Größen 0.5–2 — vier Stück, doppelachsig. DMM geht auch. Danach zwei Größen nach unten und zwei nach oben dazukaufen.
Eher die kleinen Größen — sitzen oft dort, wo normale Cams schon knifflig werden. Kommt on top, nicht statt des ersten Satzes.
Ca. 7–10 Stück, klein bis groß — für V-förmige Verengungen, wo Cams nichts klemmen. Im Kalk oft wichtiger als der zweite Cam-Satz.
Mindestens 4–6: 60-cm-Schlinge + 2 Karabiner, zusammengefaltet. Zum Verlängern und für Nuts (weniger Seilbewegung am Keil).
Stopper, Wires, Rocks
Metallkeil an Draht: in eine V-förmige, nach unten verengende Stelle setzen, leicht setzen, Zug nach unten hält ihn.
Hexentric, Sechskantkeil, Torque Nut
Sechskant-Block (Draht oder Schlinge): mehrere Orientierungen — klemmt passiv in Verengungen, manchmal mit leichtem Drehmoment.
Friends, Camalots, Klemmgerät
Federnde Nocken: je mehr Zug, desto stärker spreizen sie sich in den parallelen Riss. Trigger zum Einsetzen/Rausnehmen.
Tri-Cam
Kann aktiv (wie ein Cam) oder passiv (wie ein Keil) gesetzt werden — besonders nützlich in Kalk und Löchern.
Sling, Bandschlinge, Cord
Um einen soliden Block, Kopf oder eine Sanduhr legen oder durchfädeln, mit Karabiner ans Seil. Bandschlinge oder Reepschnur — Sanduhren und Köpfe oft die beste natürliche Sicherung.
Offset Stopper, Offset Cam, Micro, Alien
Ungleiche Keilseiten (Offset Nuts) oder Spezial-Cams (Offset/Micro) — genau dort, wo normales Material nichts mehr findet.
Cams halten über Reibung der Nocken im Riss. Am besten im mittleren Arbeitsbereich — weder zu offen noch zugequetscht. Hersteller (z. B. Black Diamond) nennen oft ca. 50–90 % Einfederung als idealen Arbeitsbereich.


Schau auf den Winkel zwischen den geraden Unterkanten der gegenüberliegenden Nocken (siehe Foto). Liegt er klar über ca. 90°, ist der Cam meist zu klein (zu weit geöffnet) — nächste Größe größer nehmen. Gut ist eher flacher, grob Richtung ~60° oder darunter.
Zwischen etwas zu offen und etwas zu weit eingefedert lieber die etwas größere Größe wählen. Zu klein kann bei Sturz wegrutschen — zu groß hält oft noch, ist höchstens schwerer rauszuholen. Extrem zugequetscht trotzdem vermeiden.
Ideal: ca. 50–90 % eingefedert. Perfekt mittig ist schön — im Zweifel eher etwas mehr eingefedert als zu offen.
Cam-Stiel in die erwartete Sturzrichtung ausrichten. Schräger Zug kann den Cam verdrehen oder aushebeln — besonders in horizontalen Rissen.
Alle drei/vier Nocken sollen gleichmäßig am festen Fels anliegen — nicht auf brüchigen Kristallen, Kanten oder in Löchern, die nur zwei Nocken treffen.
Risse, die nach oben oder hinter dem Cam weiter werden, laden zum Wandern ein. Leicht verengende oder parallele Stellen sind besser. Bei Bedarf mit Express/Schlinge verlängern, damit das Seil weniger am Cam-Stiel zerrt.
Cams pressen nach außen — brüchiger, nasser oder bemooster Fels hält schlechter. Klopfen, anschauen, nur in solidem Gestein legen.
Gute Übung am Boden oder in der Halle: Hand in den Riss/Schlitz stecken und die Cam-Größe raten, bevor du greifst. Wechseln und Austauschen kostet Zeit und Kraft — wer die Größe vorher trifft, legt schneller und ruhiger.
Seitliches Wackeln (Seilzug, Klettern drüber) zieht Cams tiefer in den Riss — danach kriegst du sie fast nicht mehr raus. Mit Express/Alpin-Exe verlängern, damit das Seil weniger am Stiel zerrt.
Die Nocken müssen nicht millimetergenau gleich weit offen sein. Leicht unterschiedliche Spreizung ist in Ordnung — solange alle am festen Fels anliegen und nichts auf einer Kante tanzt.
Friends einmal um die Längsachse drehen — oft liegen sie dann besser, vor allem in unregelmäßigen Rissen.
Zwei-Achs-Friends (Camalot & Co.) sitzen stabiler — ähnlich einem Hohlwanddübel, der sich aufspreizt. Ein-Achs-Friends können sich überdrehen. Kaufen: doppelachsig, bis auf die allerkleinsten (da ggf. einachsig).
Im Granit (und anderem Urgestein) eher Friends. Im Kalk mehr Klemmblöcke — V-Stellen und Taschen sind dort häufiger als saubere parallele Risse.
Nuts (Stopper) sind passive Keile: Sie halten, weil die Form in eine V-förmige Verengung klemmt — nicht weil Federn spreizen. Größe, Kontaktfläche und immer eine Express oder Alpin-Exe entscheiden mit.



Die Stelle muss sich in Zugrichtung verengen und zur Keilform passen. Parallele Risse → eher Cam. Falsche Form = Nut rutscht oder hält nur auf einer Kante.
Möglichst große Fläche am Fels links und rechts. Nur Unterkante / eine Seite Kontakt (siehe Foto) → zu groß oder schlecht gewählt, kann rausdrehen und springen.
Deshalb nimmst du einen ganzen Satz mit: zu groß wackelt, zu klein rutscht durch. Passende Größe fühlt sich „sitzend“ an, bevor du setzt.
Nach dem Platzieren kräftig in Zugrichtung ziehen, damit der Keil sich verkeilt. Ohne Setzen wandert er leicht, sobald du drüber steigst.
Nur Karabiner am Nut reicht nicht: Beim Weiterklettern überträgt das Seil viel Bewegung und Kraft auf den Keil — der kann sich lösen. Immer verlängern (Alpin-Exe oder Express) — die weiche Schlinge dämpft die Bewegung.
Der Keil muss gegen die erwartete Last klemmen. Schräger Zug oder „falsch rum“ im Schlitz — Platzierung prüfen, bevor du weitergehst.
Keile eher im unteren Teil der Verengung setzen als oben am Rand. Oben sitzen sie oft nur auf einer Lippe und springen leichter.
Eine Hand auf den Block, mit der anderen klopfen. Spürst du Vibrationen, ist er nicht fest — weder Schlinge noch Cam daran.
Weicht die Seillinie vom Senkrechten ab (Zickzack durch Zwischensicherungen, Ecken, überstehende Kanten), verlängere mit Alpin-Exen. Sonst frisst die Seilreibung dich auf — und Nuts können durch Seilbewegung wandern.


Kurze Sport-Exen ziehen das Seil hart in jeden Zwischensicherungspunkt. Alpin-Exen (Schlinge + 2 Karabiner) lassen die Linie glatter laufen — weniger Reibung, leichteres Einhängen weiter oben.
60-cm-Schlinge + 2 Karabiner: einen durch den anderen fädeln und zurückhängen. An einem der drei Stränge ziehen — die Exe verlängert sich.
Wie bei Sport-Exen: Karabiner am Seilende mit Tape oder einem Clip festhalten, damit er nicht umklappt, wenn du unter Pump einhängst.
Als Anfänger nur gut abgesicherte Linien (G / ohne R/X). Lieber ein 5.9-Handriss mit vielen Sicherungen als eine „leichte“ 5.6-Platte mit Runouts — alte Grade sind oft unterbewertet.
In den ersten Metern nicht sparen. Lieber eng legen — Bodensturz vermeiden, auch wenn das letzte Stück ausreißen sollte.
Vor einer schweren oder riskanten Passage (Schlüsselstelle, Runout, brüchig) 2–3 Sicherungen dicht beieinander legen. Wenn eine ausreißt, halten die anderen den Sturz noch hoch genug.
Wenn möglich eine Größe legen, von der noch ein zweites Stück am Gurt hängt. Die „letzte“ Größe für die Stelle aufheben, wo wirklich nur die passt.
Sicher bleiben, aber nicht so viel legen, dass am Stand nichts mehr für den Anker übrig ist. Strategie: wo riskant dichter, wo entspannt sparsamer.
Bevor du vorsteigst: Route am Toprope klettern und dabei Trad-Sicherungen legen üben (Größe wählen, setzen, einhängen). Bewegung und Platzierungen kennen — dann fühlt sich der Vorstieg deutlich ruhiger an.
Nachsteigen, Platzierungen anschauen: warum Nut statt Cam, warum diese Größe, warum dieser Riss. Beste Lernmethode — neben Üben am Boden.
Friends-Feeling eher in Gneis, Granit, Porphyr lernen als im glatten Kalk. Nah: Battert (leichte Grade), Murgtal / Ergenfelsen bei Gernsbach (zwei Risse), Brettfels (Pumprisse).
Zum Cheaten / Ausruhen: Bandschlinge im Friend abknoten und als Tritt nutzen. Nur wo erlaubt bzw. als p.a. vorgesehen — und den Friend danach prüfen, er wandert unter Trittbelastung.
Über der letzten Zwischensicherung muss das Seil auf der Schnürsenkel-Seite des Fußes laufen — nicht hinter dem Bein. Sonst kann ein Sturz dich kopfüber drehen.




Fuß im Riss: Seil vorne an den Schnürsenkeln, nicht hinter der Wade. Sieht manchmal überkreuzt aus — hält dich aber aufrecht beim Sturz.
Unten kann es noch in Ordnung wirken — sobald du aufstehst, liegt das Bein oft plötzlich hinter dem Seil (siehe Fotos). Vor dem nächsten Zug kurz prüfen und korrigieren.
An soliden Bohrhaken: Reihenschaltung nach DAV (siehe Standplatzbau). Im Riss ohne Bombenhaken: oft drei gute Cams oder Nuts ausgleichen — eine lange Bandschlinge führt die Last auf alle Punkte.

Klassiker: drei solide Cams/Nuts in erwarteter Lastrichtung. Jedes Stück einzeln testen — ein „fast guter“ Punkt zählt nicht.
Schlinge in alle drei Karabiner einhängen, die Zwischenstränge zusammennehmen und in Lastrichtung ausgleichen. Mit Sackstich den Zentralpunkt knüpfen — so tragen alle drei Punkte mit.
Bevor du den Sackstich festziehst: einen Karabiner durch den Knoten stecken. Später lässt sich der Knoten so viel leichter öffnen — sonst sitzt er nach Belastung oft bombenfest.
Keine lange Schlinge? Mit Kletterseil: Mastwurf außen, Zentralpunkt-Knoten, Mastwurf andere Seite — ausgeglichen, plus Selbstsicherung am Seil.
Lebend, dick, gesund. Schlinge um den Stamm, Knoten so, dass Redundanz entsteht (eine Seite reißt → andere hält noch).
Mehr zum Stand an Bohrhaken unter Standplatzbau →
Meist weicher Fang wie beim Sport. Bei Runout mit Boden- oder Absatzgefahr lieber hart fangen und Schlappseil rausholen — besser harter Fang als Bodensturz.
Beim Abseilen immer Knoten in die Enden. Praktisch: ein Überhandknoten durch beide Enden zusammen (viel Rest) — bleibt zusammen beim Werfen, weniger „ein Ende steckt oben fest“.
Angst ist normal. Fühlt sich die Angst an wie Feuer und du kommst nicht runter, bist du vielleicht noch nicht bereit — lieber abbrechen, als dich reinreden zu lassen.
Mit Erfahrung kommt Sicherheit — und die Gefahr, nachlässig zu werden (weniger legen, Bein hinters Seil, schlampig sichern). Sorgfältig und bescheiden bleiben.
Nach Regen im Sandstein oft 48–72 h warten. Cams nicht festfahren. Saubere Schuhe gegen Politur. Kryptoböden nicht betreten. Kot im Beutel mitnehmen, nicht vergraben.
Kleine, feine Steine auf den Blöcken am Wandfuß sind ein Indiz für Steinschlag. Helm an, Stand nicht unnötig unter losem Gelände.
Die Tipps auf dieser Seite fassen die wichtigsten Punkte aus dem Video zusammen — kein Ersatz für erfahrene Begleitung und Üben vor Ort.
Video © Noah Kane — auf YouTube ansehen ↗. Kein Ersatz für Ausbildung und erfahrene Begleitung.
Dazu die Absicherungs- und Gefährlichkeitsskalen → und die Ausrüstungs-Empfehlungen → · warum Granit anders klemmt als Kalk: Gesteine → · Übungsfelsen unter Tourenplanung →
Produktfotos als Beispiel — keine Kaufempfehlung und keine Affiliate-Links. Platzierung üben unter Anleitung, bevor ihr euch darauf verlasst.